Nicolaus Raßloffs Blog

touch the blue sky

Klinkerwerk

Startseite / KZ Sachsenhausen

Im Außenlager Klinerwerk wurden insbesondere jüdische und homosexuelle Häftlinge zu Tode geschunden. Die Gefangenen nannten es ein „Todeslager“. Es gehörte dem SS-Unternehmen „Deutsche Stein- und Erdwerke GmbH“.

Der Häftling Arnold Weiss-Rüthel über das Klinkerwerk:
„Dennoch gab es innerhalb dieser Hölle noch eine Separathölle, die Strafkolonne, die von einem Vorarbeiter die keinen anderen Zweck hatte, als Häftlinge, denen von der Gestapo noch eine besondere Empfehlung mit in das Lager gegeben worden war, verschwinden zu lassen. Hier wurden namentlich Juden ‚fertig gemacht’, wie der Lagerjargon lautete. An einer der schwierigsten Geländestellen der Klinkerwerke, in einem zähen Moor, das erbarmungslos jeden verschluckte, der hineingeriet, wurden diese Todgeweihten mit Drainagearbeiten beschäftigt, und zwar so lange, bis sie entweder freiwillig, weil von dem Prügel ihres Vorarbeiters um den Verstand gebracht, oder durch einen Fehltritt in das Verderben stürzten. Unvorstellbar ist die Qual, der diese Menschen tagtäglich ausgesetzt waren. Im Laufschritt, mit schweren beladenen eisernen Schiebekarren, deren schmales Rad sich bis zur Narbe in den Morast eingrub schufteten sich die Unglücklichen in kürzester Zeit zu Tode. Da es ihnen unmöglich war , die an sie gestellten Forderungen zu erfüllen, schlug der Vorarbeiter Felix erbarmungslos auf sie ein, bis sie zusammenbrachen, in eine Moorlache torkelten und erstickten. Die Leichen dieser Menschen, die man gegen Abend aus dem Moor zog, wurden auf einen Karren geworfen. Es verging kein Tag, an dem nicht wenigstens fünf bis sechs Häftlinge auf diese Weise ums Leben kamen. Der Vorarbeiter Felix hatte seine Weisungen hinsichtlich der Zahl der zu tötenden Menschen und er befolgte sie genau. Er wurde dabei dick wie eine Faß, denn er erhielt zahlreiche Sonderrationen, die ihm für seine Henkerarbeit bewilligt worden waren.“
(Arnold Weiss-Rüthel, Nacht ud Nebel, 1946: 63).

Rudolf Wunderlich über den Mord im Klinkerwerk:
„An jeder Lore, die an einer hohen Böschung fuhr, waren drei Gefangene. Der SS-Posten bekam ein Zeichen und er gab dem Gefangenen der inneren Seite einen kräftigen Tritt, so dass er seinen Kollegen die Böschung hinunter stieß. Dies wurde als ‚Fluchtversuch‘ angesehen, da die Kette der Wachposten durchstoßen wurde. Im Herbst 1942 starben so fast täglich 3-6 homosexuelle Gefangene“

(Rudolf Wunderlich, Joachim S. Hohmann: Konzentrationslager Sachsenhausen bei Oranienburg 1939 bis 1944. Die Aufzeichnungen des KZ-Häftlings Rudolf Wunderlich. Lang, Frankfurt am Main 1997: 42).

Startseite / KZ Sachsenhausen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s