Nicolaus Raßloffs Blog

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PALESTINE 2.0 versus FATAHAMAS RELOADED

Zum Einheitsabkommen zwischen Fatah und Hamas in Kairo

ÜBLICHE VERDÄCHTIGE

Feierlich sprach der ägyptische Vermittler Mourad Mowafi bei der Unterzeichnung des Einheitsabkommens zwischen Hamas und Fatah in Kairo: „Mit dem politischen Willen, den wir heute hier sehen, sind wir sicher, dass wir Erfolg haben werden.“[1] Dieser Wille hatte sich kurz vor der Zeremonie noch in einem Streit zwischen Mahmoud Abbas und Khaled Meshaal um Sitzordnung und Redezeit verdeutlicht. Wahlen im Frühjahr und eine Übergangsregierung aus parteifernen Technokraten stehen auf dem Papier. Mit Hilfe eines gemeinsamen Hohen Sicherheitskomitees sollen die Sicherheitsapparate von Hamas und Fatah bzw. der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) fusioniert werden. Praktisch steht dies im Widerspruch zur bereits etablierten Sicherheitskooperation mit Israel in der West-Bank. Der ägyptische Vermittler Mowafi, zuvor Leiter des Militärgeheimdienstes und Gouverneur von Nord-Sinai, wurde Ende Januar noch von Husni Mubarak zum Chef des Geheimdienstes ernannt. Welche Rolle der fünfmalige Besuch israelischer Delegationen in der Zeit der Verhandlungen spielte, werden Wikileaks oder Historiker zu klären haben.[2] Bedeutend könnte die Fatahamas-Einigung hinsichtlich einer Anerkennung Palästinas durch die UN-Generalversammlung im September sein. Die letzte Einigung zwischen Abbas und Meshaal im Februar 2007 in Mekka endete allerdings in einem innerpalästinensischen Bürgerkrieg. Papier hat im Nahen Osten meist mehr Geduld als dessen Unterzeichner. Sollte das Abkommen wider Erwarten Erfolg haben, wird sich „der Westen“ an der Hamas abarbeiten.

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Syrische Soldaten gegen syrische Soldaten

“Battalions of the Fifth Division were protecting people, and returned fire when they were subjected to attacks by the Fourth Division“, wird Ausama Monajed von einer Oppositionsgruppe aus Syrien und dem Exil von The Boston Globe zitiert. Im Zuge der Invasion von Daraa am 25. April 2011 feuerten Soldaten der Vierten und Fünften Division im Zentrum der Stadt bei der Omari-Moschee aufeinander. Die Vierte Division wird von Maher al-Assad kommandiert, dem Bruder des Präsidenten BasChar al-Assad. Der Kommandant der vierten Division heißt laut AlJazeera Muhammad Saleh Al-Rifai.

The Boston Globe 29. April 2011
http://www.boston.com/news/world/middleeast/articles/2011/04/29/syrian_army_units_turn_on_each_other_amid_crackdown/

vgl. „Mutiny in the Syrian army?“ by Ammar Abdulhamid from AlJazeera 27. April 2011
http://english.aljazeera.net/indepth/opinion/2011/04/2011426115117817489.html

vgl. youtube.com: „Syrian soldiers shot by fellow troops“
http://www.youtube.com/watch?v=i3ZOijuH1tQ&skipcontrinter=1

Ein kleine Einführung ins Who is Who gibt die BBC: Der kleine Bruder des Präsidenten Maher Al-Assad, Befehlshaber der Republikanischen Garde und der Vierten Division der Armee, soll 1999 bei einer Familienfehde angeblich schon mal dem Vize-Oberbefehlshaber der Armee in den Bauch geschossen haben. Inzwischen haben sie sich wieder versöhnt.

„Bashar al-Assad’s inner circle, BBC, 27. April 2011 http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-13216195

Martin Gehlen, „Wer Bashar al Assad bisher stützte“, Tagesspiegel, 28.04.2011 http://www.tagesspiegel.de/politik/wer-bashar-al-assad-bisher-stuetzte/4111226.html


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Wozu noch Journalismus?

Die Antwort auf diese Frage wird in einem Band mit 29 Essays verschiedenster Medienschaffender besprochen.

Das Internet verändert den Beruf des Journalisten, nicht zuletzt durch die ökonomischen Probleme, denen Zeitungen durch das Internet ausgesetzt sind. Zu Wort kommen Autoren wie Ernst Elitz, der Gründungsintendant des Deutschlandradios, die Moderatorin Maybritt Illner, stern-Chefredakteur Hans-Ulrich Jörges oder der Blogger Sascha Lobo.

Allein 2009 brachen die Netto-Werbeerlöse der 351 Tageszeitungen in Deutschland um 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein. Dies ergibt sich aus der Veröffentlichung der Marktanalyse 2009 / 2010 des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft.

„Die Netto-Werbeerlöse der 351 in Deutschland erscheinenden Tageszeitungen – inklusive 10 überregionaler Blätter und 8 Straßenverkaufszeitungen – schrumpften um 679 Mio € auf 3 694 Mio €.“

Hans-Peter Siebenhaar vom Handelsblatt verurteilt die „lebensgefährliche Gratiskultur“ der Zeitungen und betont den materiellen Wert exklusiver wie spezialisierter Inhalte. Peter Littger und Lukas Kircher von der Medienagentur KircherBurkhardt beschreiben das iPad als eine Mischung aus Fernsehen, Print und Computerspiel. Hoffnungsvoll prognostizieren sie einen neuen Wettbewerb zwischen den Verlagen, den die verlieren würden, die sich an der Redaktion totgespart hätten. Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung seien allerdings nur 10 Prozent der Deutschen bereit, für Nachrichten im Netz zu zahlen, schreibt Thomas Krüger von der Bundeszentrale für politische Bildung.

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Ein Kommentar

über mich

Ich bin Politikwissenschaftler und Verlagskaufmann. Als freier Journalist schreibe ich für Bertelsmann und die evangelische Monatszeitschrift “Frohe Botschaft”. Zwischen 2006 und 2010 führte ich Besucher auf Deutsch und Englisch durch die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen. Unter Konzentrationslager Sachsenhausen habe ich einige Auszüge aus Berichten verschiedener Überlebender veröffentlicht. Seit Sommer 2010 wohne ich in Bielefeld. Hier sind frühere von mir verfasste Veröffentlichgungen zu finden. Vor Sommer 2009 erschienen sie unter meinem alten Namen “Schütte”. Auf diesem Blog veröffentliche ich in unregelmäßigen Abständen Essays zu so unterschiedlichen Themen wie die Arabellion in Kairo oder Mutter Theresa.