Nicolaus Raßloffs Blog

touch the blue sky


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Animierte Infografiken bei wissenmedia

Die letzten Monate habe ich für ein MultimediaPen-Projekt von der Bertelsmann-Tocher wissenmedia die Einleitung für mehrere Dutzend Infografiken geschrieben und sieben Datenbanken zu einzelnen Themen erstellt. Wie diese Arbeit mit Recherche und Text genauer aussieht, habe ich am Beispiel des Themas Revolutionen dargestellt (ArbeitsprobeInfografik.pdf). Programmiert wurden die Animationen von der eShaker GmbH aus Gütersloh (deren Website und hier auf facebook).

Der Werbeclip dazu von wissenmedia auf Youtube:


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Reportage über Kommunität Imshausen

Tannenhof der Kommunität Imshausen

Tannenhof der Kommunität Imshausen

Im März habe ich einige Tage in der Kommunität Imshausen verbracht. In der evangelischen Monatszeitschrift „Frohe Botschaft“ ist in der jetzigen Augustausgabe meine Reportage über das evangelische Kloster mit einem Portrait über Bruder Georg erschienen (2,3MB_PDF).

Hemley Gonzalez mit einem schwer kranken Mann (Foto: H.Gonzalez)


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Der heilige Schein der Mutter Teresa

Sie wird der Welt als „kleine, gebückte Frau im weißblauen Sari, die immer ein gütiges Lächeln in ihrem zerfurchten Gesicht zeigte“, in Erinnerung bleiben.[1] Ihr Auftreten war resolut und pragmatisch: 1964 wollte Papst Paul VI Mutter Teresa in Bombay besuchen und ihr eine Limousine schenken. Doch als er kam, war sie nicht da. Sie hielt gerade die Hände eines sterbenden Mannes namens Onil: „Gelebt habe ich wie ein Tier auf der Straße, aber nun kann ich wie ein Engel sterben,“ soll er gesagt haben.[2] Mit der geschenkten Limousine veranstaltete Mutter Teresa eine Tombola, die 100.000 US-Dollar eingebracht haben soll.

Inzwischen sind ihrem Orden der Missionarinnen der Nächstenliebe (Missionaries of Charity) 4500 Schwestern beigetreten. Er unterhält 710 Häuser in 133 Ländern. Recht schnell stößt man bei Mutter Teresa allerdings auf Unstimmigkeiten und Kritik, die kaum mit dem Bild der „Heiligen der Gosse“ zusammenpasst.

„Kuschelzoo des Grauens“

Else Buschheuer, heute TV-Moderatorin beim MDR, arbeitete 2004 sechs Wochen in dem ersten von Mutter Teresa gegründeten Hospiz Nirmal Hriday. Die Patienten bekämen Nummern und wären immer wieder miteinander verwechselt worden. Mundschutz und Gummihandschuhe habe sie sich selber gekauft und am Ende des Tages zerschnitten, damit sie nicht wiederverwendet würden. Oft habe es an Handtüchern, Laken, Decken und Windeln gefehlt. Buschheuer berichtet vom Putztag: „Geputzt werden die plastikbezogenen Matratzen – aber wohin so lange mit den Patientinnen? Wie Würmer kringeln sich die Frauen auf dem Steinfußboden, vierzig von ihnen oder mehr, vertiert, halb nackt, sich beschmutzend, mit geschorenen Köpfen. (…) Wenn ich meinen Fotoapparat dabei hätte (fotografieren ist nur mit Sondergenehmigung erlaubt), würde ich diesen Anblick festhalten, um das Foto amnesty international zu schicken, und ich würde jeden niederschlagen, der mich daran hindert. … Ich brülle: ‚Es sind Menschen! Sie haben ein Recht auf Würde!‘ Dmitri [ein Freiwilliger, NPR] hat keinen Schimmer, wovon ich rede. Seit Urzeiten wird das so gemacht am Putztag. Er schuftet in der Doppelschicht, mehr als acht Stunden täglich, wie ein Pferd.“[3] Buschheuer spricht von einem „Kuschelzoo des Grauens“. Die Freiwillige Mary Loudon fühlte sich beim Anblick der Sterbenden an die KZ-Bilder von Bergen-Belsen erinnert: Es gibt keinen Garten … nichts. Ich konnte es nicht fassen. Zwei Räume mit 50 bis 60 Männern in dem einen und 50 bis 60 Frauen in dem anderen. Sie sterben. Sie bekommen nicht gerade viel medizinische Versorgung. Sie bekommen kein Schmerzmittel außer Aspirin … und das bei den Schmerzen bei Krebs im Endstadium.“[4] Der Freiwillige Hemley Gonzalez berichtet von seinen Erlebnissen in der Niederlassung des Ordens in Kalighat 2008: „Ich war schockiert über die Nachlässigkeit. Nadeln wurden unter kaltem Wasser abgewaschen und wiederverwendet und den Insassen wurde abgelaufene Medizin gegeben. Es gab Leute, die eine Chance zum Leben gehabt hätten bei einer ordentlichen Versorgung,“ so Hemley. Ein Freiwilliger habe versehentlich einen gelähmten Kranken Essen gegeben, an dem dieser zu Tode erstickt sei. In einem anderen Fall wurde ein infizierter Zeh ohne Betäubung abgeschnitten. Der Immobilienhändler begann auf Facebook die Kampagne „Stop Missionaries of Charity“. Mit Freunden und ähnlich empörten und enttäuschten Freiwilligen gründete er die Hilfsorganisation „Responsible Charity“. Ein Motto der Organisation: „Medizin und Bildung scheinen effektiver als Gebete zu sein.“ Sie legen besonderen Wert auf Transparenz der Finanzen. Ihre Homepage zeigt täglich den Stand der Bilanz, der Bürokosten und der Ausgaben. Sogar die einzelnen Rechnungen werden auf Facebook veröffentlicht.[5]

Hemley Gonzalez mit einem schwer kranken Mann (Foto: H.Gonzalez)

Hemley Gonzalez mit einem schwer kranken Mann (Foto: H. Gonzalez)

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Ein Kommentar

über mich

Ich bin Politikwissenschaftler und Verlagskaufmann. Als freier Journalist schreibe ich für Bertelsmann und die evangelische Monatszeitschrift “Frohe Botschaft”. Zwischen 2006 und 2010 führte ich Besucher auf Deutsch und Englisch durch die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen. Unter Konzentrationslager Sachsenhausen habe ich einige Auszüge aus Berichten verschiedener Überlebender veröffentlicht. Seit Sommer 2010 wohne ich in Bielefeld. Hier sind frühere von mir verfasste Veröffentlichgungen zu finden. Vor Sommer 2009 erschienen sie unter meinem alten Namen “Schütte”. Auf diesem Blog veröffentliche ich in unregelmäßigen Abständen Essays zu so unterschiedlichen Themen wie die Arabellion in Kairo oder Mutter Theresa.